Osterbrief 2018

von Toni Kretzschmar

Liebe Eltern, liebe Schüler, liebe Großeltern, Freunde und Helfer der Ev. Oberschule Hochkirch!

Die 40 Tage der Passionszeit gehen wieder dem Ende entgegen und das Osterfest steht vor der Tür. Die Passionszeit, die Zeit vor Ostern, will uns an das Leiden und den Tod Jesu erinnern und dafür sensibel machen. Diese Zeit lädt uns ein, darüber nachzudenken: „Was hat dieser Jesus und das, was er tat mit mir und meinem Leben zu tun? Und was bedeutet Ostern für mich persönlich?“ Wie wird es Jesus gegangen sein in seinem Inneren, als er nach Jerusalem das letzte Mal hinaufzog, um dort zu sterben? Er wusste ja genau, dass die Menschen ihn beim Einzug in Jerusalem zujubeln werden und nur ein paar Tage später schreien: „Kreuzigt ihn!“. Er wusste, dass er furchtbar leiden muss, verachtet, verspottet, geschlagen und ...von allen guten Freunden und Verwandten verlassen.

Jesus zitterte, weinte und betete im Garten Gethsemane „mutterseelenallein“ und bat den himmlischen Vater im Gebet, dass der Kelch dieses Leides doch an ihm vorübergehen möge.

Wieso zitterte er davor? Er war doch der Sohn Gottes, von dem geschrieben steht, dass ihm alle Macht im Himmel und auf Erden übergeben war? Wieso also diese unglaubliche Angst, die seinen ganzen Leib ergriff und ihn erzittern ließ? Warum fürchtete er „diesen Kelch“, den er aus großer Angst nicht trinken wollte? Was war in diesem Kelch?

Niemand von uns Menschen wäre in der Lage, diesen Kelch zu trinken. Niemand, denn in diesem Kelch war das ganze Leid, jedes Unrecht, jeder Schmerz, jede Krankheit und jede Sünde der gesamten Welt, von allen Menschen, die je hier lebten und noch leben werden, enthalten.

Wir finden die Antwort dazu im Buch Jesaja:

„Doch unsere Krankheit, er hat sie getragen, und unsere Schmerzen, er lud sie auf sich. Wir dachten er wäre von Gott gestraft, von ihm geschlagen und niedergebeugt. Doch man hat ihn durchbohrt wegen UNSERER Schuld, ihn wegen UNSERER Sünden gequält.“ Jesaja 53; 4,5

Im vergangenen Jahr besuchte ich ein Kloster zur Passionszeit. Ein Bruder der Kommunität hielt eine berührende Andacht über das Kreuz von Jesus. Danach machte er uns Teilnehmern Mut, hinüber in die große Stiftskirche zu gehen, um bewusst beim Bild des gekreuzigten Jesus zu verweilen. Er lud uns ein, in der Stille einmal anzusehen - Christus am Kreuz, sein Körper voller Schmerzen, das Leben aushauchend, die Hände und Füße verkrampft, voller blutiger Wunden, die Menschen ihm zugefügt haben, Handgelenke und Füße mit Nägeln durchschlagen. ...und warum? Wofür dieses schreckliche Leiden?

Das tat Jesus für uns - für DICH und mich, für jeden Menschen, der auf dieser Erde lebt. Er tat es aus einer tiefen Liebe, um uns Menschen zu erlösen, weil Sünde und Schuld uns von Gott und auch untereinander trennen und unser Leben zerstören.

ER tat das alles, weil er uns Heil, Leben und Hoffnung geben möchte und zwar heute und in Ewigkeit.

Der Karfreitag ist für uns alle ein Feiertag. Wie werden Sie und ihre Familien diesen Tag verbringen? ...mit Gesellschaftsspielen, Hausarbeit oder Hausbau, schlafen oder einen tollen Ausflug? Das sind wirklich wichtige und auch schöne Dinge. Dennoch möchte ich Sie einladen, dass auch Sie mit Ihrer Familie sich einmal Zeit nehmen, um am Karfreitag am Kreuz zu verweilen und den Gedanken zulassen - das tat Jesus für mich.

Sie werden staunen, was dieses bewusste Wahrnehmen in ihrem Herzen auftut. Probieren Sie es aus und sprechen Sie mit den Kindern darüber. Vielleicht erleben Sie Ostern dieses Jahr einmal ganz anders.

Vom Perserkönig Cyrus wird erzählt, dass er auf einem seiner Eroberungszüge einen Fürsten mit seiner Frau und Kindern festnahm. Als man sie Cyrus zuführte, fragte dieser den Fürsten: „Was gibst du mir, wenn ich dir deine Freiheit zurück gebe?“ „Die Hälfte meines Reiches“, war die Antwort. „Und wenn ich auch deine Kinder frei lasse?“ „Mein ganzes Reich.“ „Aber was gibst du für deiner Gattin Freiheit?“ „Mich selbst!“

Cyrus gefiel diese Antwort so sehr, dass er die ganze Familie ohne Lösegeld freigab. Auf der Heimreise fragte der Fürst seine Frau, ob sie beobachtet habe, was für ein edler, schöner Mann Cyrus sei. Darauf antwortete die Frau: „Ich sah nur den, der bereit war, sich selbst als Lösegeld für meine Freiheit zu geben.“

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allen zum diesjährigen Osterfest „offene Augen“, die vor allem DEN sehen, der bereit war SEIN LEBEN für DICH und mich hinzugeben, damit wir frei sein dürfen.

Seit Ostern ist das Kreuz Jesu der Ort, wo wir alle kommen dürfen mit unseren Sorgen, Ängsten, Nöten, Krankheiten, Schmerzen und allem Leid.

Jesus hat das alles getragen, will uns alle Last nehmen und uns Hoffnung uns Zukunft geben. Er hat alles Leid überwunden UND ist vom Tod auferstanden. Möge diese Botschaft uns allen wie ein Lichtstrahl unsere Herzen berühren und unserem Leben die richtige Richtung weisen, in die wir gehen sollen.

 

Wir wünschen allen ein gesegnetes Osterfest.

 

Ihre Doreen Paul und das gesamte Team der Evangelischen Oberschule Hochkirch!

 

Herzliche Einladung zu den Veranstaltungen in unserer Kirchgemeinde:

Gründonnerstag, 29.03.18 18.00 Uhr Tischabendmahl im KGH für Groß und Klein

Karfreitag, 30.03.18 9.30 Uhr Gottesdienst

Ostersonntag, 01.04.18 6.00 Uhr Ostersingen in Wuischke und 9.30 Uhr Ostergottesdienst m. Kindergottesdienst

Ostermontag, 02.04.18 9.30 Uhr Gottesdienst

 

 

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